Kann man mit witzigen Stellenanzeigen bei BewerberInnen punkten? Oder ist Humor gefährlich, weil immer Geschmackssache? Vor vier Jahren hat sich cocodibu mal eine etwas andere Stellenanzeige geschaltet, in der „PR-Fuzzis und PR-Trullas“ gesucht wurden.


Das Fachmagazin Human Resources Manager hat bei uns nachgefragt, welche Resonanz wir auf die Anzeige bekommen haben. Ein kurzer Spoiler aus dem Interview mit cocodibu-Gründer Christian Faltin: „Deswegen würden wir Re­­cruiting-Maßnahmen, die in diese Kategorie passen – humorvoll, mit Selbstironie –, immer wieder machen. Aber nicht zu oft! Es sollte zudem dem Zeitgeist entsprechen; eine lustige Stellenanzeige kommt für uns daher nicht mehr infrage….Heute würden Stefan Krüger und ich wahrscheinlich ein wirklich mieses Tiktok-Video drehen, in dem wir uns gnadenlos blamieren, um dann zu sagen: Ihr könnt es bestimmt besser. Kommt zu uns und dreht coolere Tiktok-Videos!“

Hier gibt es die Langversion  des Interviews.

Studie: DAX-40-CEOs kommunizieren hauptsächlich als „Markenbotschafter“ im Social Web

Erstmals haben wir gemeinsam mit der Hochschule Macromedia analysiert, wie deutsche Konzernlenker im Social Web agieren. Als Ergebnis haben wir eine Typologie, wie die DAX-40-CEOs im Social Web kommunizieren: Am häufigsten lassen sich die Inhalte dem Typus „Markenbotschafter“ zuordnen (17 CEOs), dahinter folgen die „Kooperativen“ (6 CEOs) und der „Visionär“ (1 CEO). Untersucht wurden dafür die Accounts der DAX-40-CEOs auf den relevanten Plattformen Instagram, Twitter und LinkedIn, wobei eine erweiterte Form der OCEAN-Kommunikationstypen die Grundlage für die Analyse bildete. Erweitert wurde OCEAN dabei mit Merkmalen der gängigsten Führungsstile aus der Wissenschaft.

Von Markenbotschaftern, Visionären und Kooperativen

Die Studie zeigt: Von den 26 CEOs, die über Accounts auf mindestens einer Social-Media-Plattform verfügen und diese auch regelmäßig nutzen, gehören 17 dem Typ „Markenbotschafter“, sechs den „Kooperativen“ und einer dem Typ „Visionär“ an. Die restlichen zwei Konzernlenker lassen sich nicht eindeutig einem Kommunikationstyp zuordnen. Sie werden als Hybrid-Typen klassifiziert: Visionär/Kooperativ (1 CEO) und Visionär/Markenbotschafter (1 CEO).

Der dominierende Typ ist damit klar der „Markenbotschafter“, zu dem sich CEOs wie Christian Klein (SAP), Dr. Herbert Diess (VW) oder Timotheus Höttges (Telekom) zuordnen lassen. Sie alle kommunizieren hauptsächlich mit dem Ziel, die eigene Marke bei potenziellen Stakeholdern zu verankern und posten daher unternehmensbasierten Content, stellen allein das eigene Unternehmen in den Fokus. Erwartungsgemäß findet sich der „Markenbotschafter“ vor allem auf dem Business-Netzwerk LinkedIn.

 

Wohl einer der bekanntesten Botschafter der Magenta-Marke: Telekom-CEO Timotheus Höttges

Zum zweithäufigsten Typ der „Kooperativen“ gehören u. a. Leonard Birnbaum (EON), Frank Appel (Deutsche Post) oder Christian Bruch (Siemens Energy). Ihre Kommunikation im Social Web zeichnet sich aus durch Freundlichkeit, Solidarität sowie Hilfsbereitschaft und dient dem Austausch. „Kooperative“ posten über geschäftsbezogene Informationen hinaus und erzeugen damit ein gemeinsames Dialogfeld, das diesen Austausch ermöglicht. Etliche Beiträge im Untersuchungszeitraum widmen sich in persönlicher Weise gesellschaftlich relevanten Themen wie dem Ukraine-Krieg, der Covid-19-Pandemie oder der CO2-Effizienz.

Beispiele für den „Kooperativen“ CEO (v.l.n.r): Leonard Birnbaum (Eon), Frank Appel (Deutsche Post) und Christian Bruch (Siemens Energy)

Siemens Healthineers-Chef Bernd Montag ist der einzige „Visionär“ unter den DAX-40-CEOs. Konkret bedeutet das: zukunftsbasierten Content zu posten und damit die transformative Rolle des eigenen Unternehmens in den Fokus zu stellen. Ziel des „Visionärs“ ist es, offen zu kommunizieren, seine Kreativität und Neugier zu demonstrieren sowie seine Position als innovatives Unternehmen gegenüber Stakeholdern, NGOs und eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszubauen.

Siemens Healthineers-Chef Bernd Montag ist der einzige CEO in der Kategorie „Visionär“

Das eigene Unternehmen zu sehr im Fokus

Wie die Untersuchung deutlich macht, wird die Kommunikation der CEOs in den sozialen Medien von einer möglichst positiven Darstellung des eigenen Unternehmens bestimmt. Sie fungieren damit als eine Art Marketing Verstärker. Was früher noch als vollkommen legitim und genügend gesehen wurde, ist heute nicht mehr ausreichend. Ein Like ist heute schon eine Stellungnahme, ein Kommentar, ein Appell an eine wertschöpfende Community. Nachhaltigkeit, Diversity oder Purpose sind Themen, zu denen sich auch CEOs verstärkt äußern müssen, sind sie doch das Gesicht des Unternehmens nach außen.

„Die Untersuchung zeigt deutlich: Die CEO-Kommunikation in den sozialen Medien soll vor allem auf eine möglichst positive Darstellung des jeweiligen Unternehmens einzahlen. Da ist naheliegend. Aber zu kurz gesprungen, wenn der Kontext fehlt – etwa zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen. Vorstandsvorsitzende sind im öffentlichen Diskurs wesentliche Multiplikatoren. Dieser Funktion müssen sie auch im Social Web gerecht werden. Dafür braucht es Haltung und eine dezidierte Meinung.  Der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus wird also immer wichtiger“, kommentiert cocodibu-Geschäftsführer Stefan Krüger die Ergebnisse der Untersuchung.

Castulus Kolo, Präsident der Hochschule Macromedia ergänzt: „CEOs machen durch ihre Kommunikation Marken erlebbar und müssen natürlich die Werte und Überzeugungen eines Unternehmens auch glaubhaft über ihren Content vermitteln. Es wäre aber naiv zu glauben, dass unternehmensbasierter Content allein die Stakeholder zufriedenstellen kann. Nicht nur Unternehmen, besonders auch deren CEOs müssen sich klar zu gesellschaftlich relevanten Themen positionieren und den Fokus auch mal vom eigenen Unternehmen wegbewegen.“

Die Methodik – Eine Erweiterung des OCEAN-Modells

Erhoben wurde die Analyse durch Studierende der Hochschule Macromedia auf Basis des bekannten OCEAN-Kommunikationsmodells. Den daran angelehnten Kommunikationstypen „Macher“, „Bürokrat“, „Visionär“, „Mitläufer“ und „Kooperative“ wurde im Rahmen der Studie der Typ „Markenbotschafter“ neu hinzugefügt, da er das Kommunikationsverhalten eines Großteils der DAX-40-CEOs besser abbildet. Konkret wurden die im Social-Web aktiven CEOs anhand der Stichwortzählungen den einzelnen Typen zugeordnet.

„Mit dieser Studie ist es uns erstmal gelungen, das Kommunikationsverhalten deutscher Konzernlenker wissenschaftlich fundierten Typen zuzuordnen und damit Aufschluss darüber zu geben, wie sie sich ihren Stakeholdern präsentieren. Im Laufe der Erhebung wurde deutlich, dass Führungsstile und Kommunikationstypen auf Basis des OCEAN-Modells nicht ausreichend sind, weshalb wir den Typ des ‚Markenbotschafters‘ entwickelt haben. Er zeigt ganz deutlich, dass sich CEOs gut als Sprachrohr für die eigene Marke positionieren können, dabei aber andere Themen vernachlässigen. Mit den etablierten Kommunikationstypen allein wäre es nicht möglich gewesen, diesen Umstand adäquat abzubilden“, so Oliver T. Hellriegel, Leiter der Studie an der Hochschule Macromedia, über die Studienmethodik.

 

Jetzt ist es amtlich: cocodibu hat den kreativsten Kommunikationseinsatz des Jahres geliefert. Gemeinsam mit unserem ehemaligen Kunden Territory für das Projekt The Purrfect Match. Hat zumindest die hochkarätige Jury des Deutschen PR-Preises entschieden. Wer würde da widersprechen wollen? Stefan Krüger, Co-Chef von cocodibu und langjähriger Etatverantwortlicher für Territory, über einen denkwürdigen Abend in Hannover und unseren ersten Awardgewinn, rechtzeitig zum 15. Geburtstag unserer Agentur:

Niedersachsen, der 5.Mai. Du nippst an Deinem Weissweinglas, drehst den Kopf nach rechts und schaust raus. Trotz später Stunde – elf Uhr abends – flauschige Temperaturen, lauer Wind. Türen offen. Draußen – wie man so sagt – majestätischer Park, hinten Palmen. Guck mal einer an, Palmen in Hannover. Was man sich eben immer so denkt: Gar nicht hässlich dieses Hannover, muss man sich Deutschland einfach mal genauer angucken. Macht man natürlich nie. Um Palmen zu sehen, fährt man dann doch nach Italien.

Und während man kurz mal so sinniert, ruft Moderator Sebastian Vesper, dem Anlass entsprechend perfekt gekleidet – schwarzer Anzug, weißes Hemd, Manschettenknöpfe, Krawatte als Farbtupfer -, die nächste Kategorie auf: Kreativer Kommunikationseinsatz. Du drehst den Kopf nach links Richtung Bühne. Und da steht dann tatsächlich groß auf der Leinwand: die Shortlist. Edelman für Unilever (Dove), FischerAppelt für United4Rescue, die Zurich Gruppe Deutschland und ganz unten eben  cocodibu für Territory (The Purrfect Match). Aha, wahrscheinlich nach Bekanntheit der Agenturen gerankt. Ach ne, alphabetisch nach Projektname. Kurze Pause. Und ganz plötzlich zeigt besagter Sebastian Vesper mit ausgestrecktem Arm auf Dich. Ein subtiles Zeichen für eine aus der Tiefe des Raumes herbei eilende Assistentin den Preis zu überreichen, während man da so an Tisch elf sitzt. Kurze Schrecksekunde. Echt jetzt? Und schon flimmert der Case über die Leinwand: Clipping nach Clipping. Medienpräsenz in 40 Ländern, 500 Millionen Kontakte. Applaus, Applaus. Foto, Kameramann. Nochmal Applaus, Applaus.

Der gebührt vor allem Stella Gönüllü, Antonia Stüss und Antonia Bodenschatz. Das – leider von gewissen Auflösungserscheinungen betroffene  – Team hat das Projekt so erfolgreich gestemmt! Zum Glück an der einen oder anderen Stelle gegen meinen Rat. Etwa als ich erwog, ein bisschen auf die Bremse zu drücken. Das war als ich die Länder, in denen über die Aktion berichtet wurde, geografisch schon nicht mehr ganz sicher zuordnen konnte. Und wer hätte den Case auch layouterisch so perfekt aufbereiten können wie Stella? Beim Deutschen PR Preis 2022 wurde gestern Abend häufig betont, man sei eine große Familie. Wir sind jetzt Teil davon. Ich freu mich schon auf das nächste Familientreffen.“

Wer sich dafür interessiert, warum sich die Jury für uns entschieden habt. Hier findet ihr ein paar Informationen zum Case. The Purrfect Match eroberte nicht nur die Herzen der Journalisten und Menschen hierzulande im Sturm, sondern ging auch noch weltweit viral. Die Pro Bono Aktion für den Tierschutzverein München erreichte mehr als 500 Millionen Menschen weltweit, in über 40 Ländern auf fünf Kontinenten. Es kam nicht nur zu 162 Matches auf Tinder und 1.887 Dates, die zwischen einsamen Menschen- und Tierseelen vereinbart werden konnten, einige der schwer zu vermittelnden Tiere fanden so auch ihre neue Heimat.

In den vergangenen Jahren haben wir unseren Kunden häufig Wein und Lebkuchen zu Weihnachten zukommen lassen. In diesem Jahr verschenken wir Enten – und zwar gleich eine ganze Farm. Nicht für die Kunden persönlich, aber in ihrem Namen für eine Familie in Bangladesh. Dort sind Enten nämlich die idealen Nutztiere. Ihr Stall wird bei Überschwemmungen durch den Monsunregen zum Teich. Die Tiere überleben, die Menschen dadurch auch. Unser gemeinsames Weihnachtsgeschenk soll denen helfen, die es brauchen. Wir bedanken uns herzlich bei all unseren KundInnen, den Medienpartnern und JournalistInnen für die tolle Zusammenarbeit in diesem Jahr und freuen uns auf ein erfolgreiches 2022!

Keine Entenbrust, sondern eine Entenfarm verschenken wir dieses Jahr zu Weihnachten

Die Mutter der Familie in Bangladesh erhält via World Vision 13 Enten und zwei Erpel, ein Entenhaus und
Futter für sechs Monate, damit sie eine Entenzucht gründen kann. Außerdem bekommt sie
Ernährungs- und Kochkurse sowie Schulungen zur Unternehmensgründung. So kann sie ihre
Familie besser ernähren und mit dem Verkauf der Eier und der gezüchteten Enten ihr Einkommen
steigern. Schöne Weihnachten!

Wahrscheinlich haben Euch die Bilder aus Afghanistan genauso schockiert wie uns. Ohnmacht und Schock sollten aber kein Dauerzustand bleiben. Deshalb haben wir uns gefragt, wie man den Menschen in Afghanistan, vor allem den Frauen und Mädchen, helfen und Leid lindern kann. Nicht nur, weil heute der Welttag der humanitären Hilfe ist.

Die MitarbeiterInnen von cocodibu haben spontan zusammengelegt und sich dazu entschieden, insgesamt 1000 € an den Afghanischen Frauenverein e.V. (AFV) zu spenden. Der AFV ist eine humanitäre Hilfsorganisation mit DZI-Siegel, die seit 1992 für den Wiederaufbau und Frieden in Afghanistan arbeitet. Mit Projekten, die vorwiegend in ländlichen Gegenden liegen, fördert der Verein gezielt Frauen und Kinder. Schirmherr der Organisation ist Herbert Grönemeyer.

Wir haben gestern mit der AFV-Geschäftsführerin Christina Ihle kurz gesprochen und sie um ihre Einschätzung gebeten:

  1. Frau Ihle, wie kann man aktuell in Afghanistan konkret helfen?

„Leider machen Sachspenden aufgrund der aktuellen Lage keinen Sinn – denn die Spenden würden die Menschen vor Ort nicht erreichen, da die Grenzen zu den Nachbarländern Iran, Pakistan, Turkmenistan und Tadschikistan geschlossen sind. Stattdessen würde uns aber jede Geldspende – egal, in welcher Höhe – helfen. Unsere Mitarbeiter:innen können dann vor Ort alles, was benötigt wird, besorgen und dann an die Notdürftigen verteilen.“

2. Welche Hilfsprojekte vor Ort können aktuell noch vom Afghanischen Frauenverein unterstützt werden?

„Das sind zahlreiche Projekte. Außerhalb von Kabul sowie in Kunduz läuft die Hilfe des Afghanischen Frauenvereins aktuell weiter. Zwei der drei Gesundheitsstationen im ländlichen Gebiet arbeiten im Akkord, um kranke Menschen zu behandeln. Während in der Region Kabul die Schulen auf Ministererlass vorerst geschlossen sind, ist die Vereinsschule in Kunduz seit zwei Tagen wieder geöffnet. Helferteams verteilten hier am Wochenende Corona-Nothilfepakete. Auch das Brunnenbohrteam ist weiter im Einsatz.“

Was sind die aktuellen Herausforderungen für Sie?

„Wir müssen jetzt Stunde für Stunde neu entscheiden, wann und wo wir Hilfe leisten können, ohne unsere Teams und die Menschen, die wir erreichen möchten, zu gefährden. Unsere Sorge gilt insbesondere der 250.000 binnenvertriebenen Frauen und Kindern in Kabul. Sie sind völlig auf sich alleine gestellt und schutzlos. Wir hoffen unsere Nothilfe für diese Menschen schnellst möglich fortsetzen zu können.“

Wir würden uns sehr freuen, wenn sich der ein oder andere von euch entscheidet, ebenfalls zu spenden.

Die rein private Roschani-Mädchenschule am Rand der Provinzhauptstadt Ghazni wird vom AFV finanziert. Sie besuchen ca. 500 Mädchen aus der Stadt und aus mehreren umliegenden Dörfern. Sie müssen zum Teil sehr weite Schulwege zu Fuß zurücklegen. 1999 wurde sie während der Talibanregierung mit 20 Schülerinnen eröffnet und bis heute weitergeführt. Foto: @AFV